Ich bin wohl der Neue, hallo zusammen.
Bei uns ist es gegen Ende Oktober soweit, wir bekommen unser erstes Kind. Ich freue mich einerseits wahnsinnig, male mir in Gedanken schon wundervolle Momente mit dem Kleinen aus, auf der anderen Seite ist diese Befürchtung, der Verantwortung und den Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Ich bin selber ohne Vater aufgewachsen, was ich mir für unser Kind nicht wünsche, dennoch war es alles im allem keine schlechte Kindheit. Es tauchen jede Menge Fragen auf, die mich schon länger beschäftigen:
Was will ich meinem Sohn an sog. "maennlichen" Werten mitgeben?
Schaffe ich es, ein guter Vater und zugleich ein guter Partner für meine Freundin zu sein?
Bin ich imstande, die Familie im Haertefall alleine zu ernähren, bzw. welche Rolle werde ich spielen (Noch gehen wir beide arbeiten, wobei ich derjenige mit dem geringeren Einkommen bin...)
Wie wird das mit den Hobbys (Fussball) und der Zeit fuer uns?
lauter solche Fragen halt ..
Für Erfahrungen und Tipps aus dieser Eurer Zeit wäre ich echt dankbar!
Viele Grüsse Fabian
Grundsätzlich stellt sich glaube ich fast jeder Vater solche oder ähnliche Fragen, wenn die Geburt bevor steht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich manchmal nicht schlafen konnte, weil einfach zu viel in meinem Kopf herum gegeistert ist. Besonders die von Dir angesprochene Erwartung hat mich unter Druck gesetzt. All meine Bekannten sagten mir, ich wäre ganz bestimmt ein toller Vater. Das hat den Druck eigentlich nur noch größer gemacht...
Und jetzt, wo ich schon lange Vater bin, kann ich sagen: es passiert einfach! Sicher, manchmal gibt es harte Momente, wo einem alles über den Kopf wächst. Aber man fragt sich als Papa nicht ständig, ob man alles richtig macht. Man tut es einfach und macht es deshalb intuitiv richtig. Das kommt automatisch, egal wieviele Sorgen man sich vorher macht. Ich glaube fast, das ist von der Natur so eingerichtet. Es ist, als hätte man sobald das Kind da ist, den richtigen Instinkt.
Also, auch wenn Dir das sicher viele sagen: mache Dir keine Sorgen! Es wird nicht immer ein Traum, aber 90% der Zeit schon. Und du wirst es richtig machen, ohne nachzudenken. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer!
als ich deine Fragen gelesen habe, dachte ich an die gleiche Aussage:
"Und jetzt, wo ich schon lange Vater bin, kann ich sagen: es passiert einfach!"
Wichtig ist es, dass man sich nicht zu sehr von aussen beeinflussen lässt. Jede Tante und jede Oma weiss natürlich alles besser. Kopfnicken und vergessen.
Unser erstes Kind hat unsere Beziehung auf jedenfall gefestigt. Ich kann dir nur wünschen dass dies bei euch auch der Fall sein wird.
Man muss aber natürlich bereit sein Kompromisse zu schliessen. Mein Leben hat sich wirklich um 180 Grad gedreht, ich habe es aber niemals bereut. Wenn man nicht bereit ist diesen Preis in kauf zu nehmen wird es sehr schwer...für die Beziehung und das Kind.
Erstens für euer kommendes Kind als solches, weil es heutzutage nicht
selbstverständlich ist daß Man(n) sich für ein Kind entscheidet.
Zweitens weil du dir Gedanken machst, dich mit dem Thema auseinander
setzt und nicht sagst: "Muss meine Frau machen!"
Drittens weil ich finde das Selbstzweifel bzw. besser formuliert
Selbstüberprüfung der richtige Weg ist. Einfach nur kommen lassen und
gucken wie du reagierst. Im Zweifelsfalle eben mit sich selbst
ins Gebet gehen und hinterfragen: "Was habe ich gerade gemacht, wie
reagiert das Kind und wie mache ich es das nächste Mal."
Und wie schon vorher erwähnt: Omas und Tanten erstmal kategorisch
ignorieren und auf alle Fälle Hände weg von 80% aller Väterratgeber.
Kauf dir lieber die gesammelten Werke von Axel Hacke.
Eigentlich wollte ich garnicht soviel schreiben, viel Glück und
berichte von der Geburt :)
Als mein Sohn einzog wußte ich was zu tun war. Wichtig ist allenfalls das man sich auch die Zeit nimmt mit dem Kind zusammen zu sein. Sonst bekommt man wenig mit.
Bei meinem zweiten Kind war ich derjenige mit Erfahrung, was dann dieser Beziehung nicht gut getan hat. Aber das ist eine andere Geschichte...
Gestern hat das Ganze noch mal eine konkretere Form angenommen, ich habe das Kinderzimmer gestrichen und begonnen, die Einrichtung aufzubauen.
Als meine Freundin ganz begeistert war, hat es mir ein Stück weit die Angst genommen. Ich glaube auch, das Engagement und sich Zeit nehmen für das Kind das wichtigste ist..
naja, wie gesagt, vielen Dank noch mal und einen schönen Sonntag im Kreise
der Familie ;-)
Gruss Fabian
Das mit dem neuen hat sich wohl für dich erledigt.Bin ich jtzt.
Die meisten deiner Fragen werden sich wohl von alleine erledigen.
Vater sein ist schön.Genieß es einfach,den die Zeit läuft,
wenn dein Kind auf der Welt ist.Kaum geboren,schon im Kindergarten
und aus der Schule.
auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Auch ich möchte Dich nochmal beruhigen. Wenn Du fähig bist Dein Kind zu lieben, dann wirst Du das meiste eh richtig machen. Fehler machen wir alle, haben auch unsere Eltern und Großeltern gemacht. Wichtig ist aus größeren Fehlern (ja, auch die werden kommen) zu lernen und kleinere Fehler abzuhaken. Laß Dir gesagt sein, auch ich mit jetzt 8 Kindern, mache bestimmt immer noch wieder Fehler. Es ist aber auch für die Kinder wichtig, zu erleben, daß wir Eltern keine perfekten Wesen sind, die immer alles richtig machen. Aber, wie schon gerade erwähnt, das meiste wird die gut gelingen, solange Du Dein Kind liebst und mehr auf Deinen Bauch und Dein Herz hörst, als auf Deinen Kopf. Ich wünsche auf alle Fälle Deiner Freundin und Dir (und natürlich Deinem Kind) eine wunderschöne Zeit gemeinsam und genießt jeden Augenblick. Unsere älteste Tochter ist 14 und seit einigen Wochen schwer verliebt. So langsam löst sie sich von uns und geht ihren eigenen Weg und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich ihr die Windeln gewechselt habe. Also, viel Spaß für Euch.
Michael
Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen: Wenn es soweit ist, handelt man instinktiv zum Wohle des Kindes. Ich hatte vor der Geburt meiner Tochter die gleichen Sorgen und Fragen im Kopf - heute schmunzel ich darüber. Die ganzen Ratgeber habe ich schnell zur Seite gelegt, stehen ja in jedem andere Ansichten zum selben Thema drin.
Sehr hilfreich für den Anfang fand ich die Betreuung durch unsere Hebamme, die uns noch mehrfach zuhause besucht hat. Sie hat nicht nur meiner Frau sondern auch mir wertvolle Tipps gegeben und mir so die anfängliche Unsicherheit genommen.
Du wirst das schon schaffen! :-)